Vieles hatte ich schon gehört und gelesen von Steffens “Stilpirat”- Logbuch und war mächtig neugierig geworden. Nun habe ich von meinem Sohn zu Weihnachten auch “mein” Exemplar erhalten.
Ich hatte das Vergnügen, mit Steffen auf der Rückfahrt von der Photokina 2010 nach Hamburg im Abteil zu sitzen. Ich war beeindruckt von seiner Art und kann gut nachvollziehen, wie er auf einer Bühne oder bei einem Workshop rockt. Ein Workaholic im positiven Sinne, der Fotografie liebt und lebt. Und genau das merkt man auch, wenn man sein Buch liest. Ich habe mich mehrere Male gezwungen, das Buch einfach zur Seite zu legen, um es nicht in einem Rutsch zu lesen. Ich wollte das Gelesene auch mal wirken lassen. Ausserdem sind die Weihnachtsfeiertage ja auch etwas länger, sodass man was für mehrere Tage davon hat.
Natürlich – und das liegt in der Natur der Sache – kann man nicht mit allem übereinstimmen, was der Stilpirat so schreibt. Ich würde niemals eine Fototechnik verurteilen oder ganz ablehnen, nur weil man sich selbst daran satt gesehen hat oder aber vielleicht sogar falsch anwendet. Jede Technik hat ihre Berechtigung und ist – für sich gesehen und bei massvoller Nutzung zur richtigen Gelegenheit – ein Stilmittel, das tatsächlich aus einem durchschnittlichen Bild ein etwas besseres macht. Nur übertreiben (wie z.B. oft im Falle HDR) sollte man es nicht, da sind wir uns einig.
Bei vielen Geschichten und Anekdoten in dem Buch möchte ich gerne den “Zitat-Button” drücken und einen Kommentar hinterlassen. Aber halt – das ist ein Buch, da geht es nicht – leider. Viele Sätze möchte ich kommentieren oder mit meinen eigenen Erfahrungen ergänzen. In einigen Ausführungen habe ich mich auch selbst erkannt, einiges sogar genauso erlebt, wie Steffen. Es kribbelt in den Fingern, seine eigene ganz persönliche Geschichte auch aufzuschreiben. Und wenn ich ehrlich bin, liegen schon seit sehr langer Zeit viele kleinere Artikel auf meinem Rechner als Artikel für meinen Blog, die bereits eine Grundlage dazu bilden können. Und ich bin mir sicher, dass es auch vielen anderen Fotografen so geht.
Leider habe ich aber auch einen kleinen Wermutstropfen. Zum Ende hin habe ich den Eindruck, dass die letzten Passagen noch schnell hingeschrieben wurden und unterscheiden sich vom Stil der vorangegangenen Kapitel deutlich. Die Spannung, das Interessante ist plötzlich weg und ich hatte den Eindruck, dass das Buch jetzt endlich fertig werden sollte – oder musste. Da fehlt mir etwas der Stilpirat-Stil. Aber vielleicht geht es ja nur mir so.
Nichtsdestotrotz bekommt das Buch von mir eine absolute Leseempfehlung für jeden Fotointeressierten. Aber auch andere dürfen da gerne reinlesen, das kann ja nie schaden. Über eines sollte man sich aber im Klaren sein: Kapitel für Kapitel lesen und dann weglegen, geht nur mit Zwang. Am Besten ist es, man setzt sich mit dem Buch und einem Glas Wein (oder einem anderen bevorzugten Getränk) in seine Leseecke und lässt sich nicht mehr stören.
Steffens ebenfalls sehr lesenswerten Blog findet ihr unter www.stilpirat.de. Dort könnt ihr auch sehen, wo seine nächsten Workshops stattfinden, um ihn vielleicht auch mal live zu erleben.
“Abenteuer Fotografie. Aus dem Logbuch eines Fotografen“
Steffen “Stilpirat” Böttcher (Autor)
Gebundene Ausgabe: 209 Seiten
Verlag: Galileo Design; Auflage: 1 (28. November 2011)
ISBN-13: 978-3836218214
Größe: 23,4 x 17,6 x 2 cm
Preis: 19,90 €
Weitere Informationen und Leseprobe auf der Verlagsseite von Galileo Design.
Bestelllink (Affiliate) zu Amazon.
Continue reading...9 März 2011
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Ein Zitat aus dem Buch: „Lightroom ist (…) ein eigenwillig gestaltetes Programm (…).“ – Genau das trifft auf das vorliegende Buch von Marc Altmann auch zu. Das Buch bietet viele Informationen, die es aber, durch die Aufzählung von Tastaturkürzeln oder kleinen Abschnitten mit weiteren Hinweisen, manchmal etwas schwer machen, dem Textfluß zu folgen. Dazu kommt noch, dass einige Hinweisseiten mal grau unterlegt sind, mal nicht. Manchmal erkennt man den Unterschied nur daran, dass man plötzlich von einer Serifenschrift zu einer Nicht-Serifenschrift wechselt.
„Lightroom-3-Praxis“ hält darüber hinaus aber, was der Titel verspricht. Das Buch erklärt in einfachen, leicht nachvollziehbaren Schritten den Workflow vom Import bist zur Ausgabe. Dazu gibt es Tipps, wie man sein Archiv übersichtlich anlegt, welche Bilder man archivieren sollte, welche nicht und auch das Thema Datensicherung erhält einen eigenen Bereich.
Wer irgendeine Frage zum Thema Lightroom hat: hier wird man fündig. Kein Modul, keine noch so kleine Einstellung wird außer acht gelassen und selbst Diaschau, Drucken und Web werden auch mal beachtet und nicht nur stiefmütterlich behandelt.
Hinwegsehen sollte man darüber, dass die Rezensionen auf dem Buchrücken gar nicht zum vorliegenden Buch gehören, sondern zum Vorgänger. Daneben könnte das Portraitfoto des Autoren auch einen korrekten Weißabgleich vertragen – wenn man schon ein Buch schreibt, in dem solche Dinge erklärt werden.
Aber das sind marginale Dinge, die mit dem guten Inhalt des Buchs nichts zu tun haben.
Kaufen könnt ihr das Buch hier, bei Amazon. Weitere Informationen auf der Seite des Verlages.
8 Dezember 2010

Wie arbeitet ein Fotograf im Studio? Was für Technik setze ich ein und wie erarbeite ich meine Lichtführung nach meinen Vorstellungen? Fragen, die sich einem Anfänger (und auch manchem Profi), der gerade mit seinem eigenen Studio beginnt, stellen. Das Buch von Oliver Gietl, selbst Fotograf mit eigenem Studio, führt Schritt für Schritt in die Arbeit in einem Studio ein.
Dem Rundgang durchs Studio, mit Vorstellung der verschiedenen Blitzköpfe, Stative, Aufheller usw. gehört der Beginn des Buches. Der Fotograf erfährt hier, was ein Blitzgenerator ist, wozu Reflexschirme notwendig sind und wie man ohne sinnvolle Planung viel Geld für Geräte ausgeben kann, die man letztendlich nur als Staubfänger in der Ecke stehen hat. Aber auch der Hinweis auf ein Low-Budget-Heimstudio fehlt nicht.
Der zweite Teil befasst sich mit der Planung eines Foto-Shooting, das im Prinzip mit der eigentlichen Arbeit im Studio nicht viel zu tun hat, aber für die Vorarbeiten essentiell wichtig ist. Dieser Abschnitt gehört einfach in ein gutes Lehrbuch über Studiofotografie, denn allzu oft werden vermeintliche Kleinigkeiten vergessen, die anschließend am Set für Verzögerungen oder im schlimmsten Fall sogar zum Abbruch eines Shootings führen können.
Über Lichtskizzen, das erste Mal im Studio, über verschiedene Workshops zu Portrait oder Fashion-Shootings geht Oliver Gietl detailliert auf Probleme ein, gibt Hilfestellung und geizt daneben aber auch nicht mit eingeworfenen kurzen Hinweisen, Informationen und Tipps, die in der Praxis eingesetzt bei der Arbeit zwischen Modell und Fotograf – insbesondere für Anfänger – sehr hilfreich sind.
Dass mit der Studioarbeit ein Foto-Shooting noch nicht beendet ist, wird im letzten Abschnitt klar. Hier geht Oliver Gietl kurz auf die Dateisicherung und Retusche der Aufnahmen ein. Über die Portrait-Retusche gibt es inzwischen viele gute Bücher oder Video-Workshops bei YouTube oder anderen, so dass dieser Abschnitt nur kurz angerissen wird. Es reicht aber, um einen ersten Eindruck über diese Schritte zu erhalten. Abgerundet wird das Buch durch eine beigelegte DVD mit einigen ausgewählten Workshops zum Thema People und Portrait. Dort findet man auch Trialversionen von Adobe Photoshop und Lightroom.
Mit Hilfe eines im Buch abgedruckten Zugangscodes kann man außerdem auf der Webseite www.galileodesign.de das Buch registrieren um dann auf Bonus-Angebote zugreifen zu können. Über den Sinn dieses Angebots bin ich mir nicht wirklich im Klaren. Warum soll ich z.B. online ein Buch nach Stichworten durchsuchen, wenn es doch vor mir liegt? Eigentlich hatte ich zunächst gedacht, dass ich dort Beispieldateien und Ergänzungen finde, aber so ist dieser Service dann für mich doch nutzlos. Das ist allerdings auch der einzige Kritikpunkt, den ich anbringen kann.
Oliver Gietls Buch „Fotografieren im Studio“ ist sehr gut für einen Fotografen, der mehr über die Arbeit im Studio erfahren will oder plant, sein erstes eigenes Studio einzurichten. Es eignet sich durchaus, es beim „ersten Mal“ im Studio griffbereit zu haben, um schnell noch einmal etwas nachzulesen. (Geduldige Modells vorausgesetzt.). Auf alle Fälle für einen Studio-Neuling eine sehr lohnenswerte Anschaffung und vielleicht auch ein Tipp für das Weihnachtsfest.
Ihr findet das Buch unter anderem bei Amazon oder auf der Verlagsseite.
Rezension: Oliver GIETL – Fotografieren im Studio
Galileo Design
Galileo Press, Rheinwerkallee 4
53227 Bonn
ISBN 978-3-8362-1410-0
Hardcover, 229 Seiten (+ 6 Seiten Verlagswerbung), 39,90 €
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28 Dezember 2011
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