Ihr lest hier einen Erfahrungsbericht, wie ich meinen Einstieg in die Stockfotografie begonnen habe, gepaart mit Hinweisen für Einsteiger. Es geht bei dem Begriff „Stockagentur“ hier ausschließlich um Micro- und Midstock-Agenturen, also solche Agenturen, die ihre Bilder im unteren Preisbereich verkaufen. Die großen (Corbis, Getty, usw.) bleiben hier außen vor, denn dort ist es selbst für einen Profi auch gar nicht so leicht, angenommen zu werden. Zudem werden dort auch weniger Amateurfotografen gesucht, sondern solche, die regelmäßig hochwertige Aufnahmen und Reportagen liefern können. Ich möchte hier keine allgemeingültigen Weisheiten verbreiten, aber vielleicht helfen die Hinweise ja dem einen oder anderen. Ich gehe auch nicht speziell auf einzelne Agenturen ein, denn die Unterschiede in der Behandlung der Bilder sind zu unterschiedlich.
Wie fängt man an?
Zunächst einmal sollte man klären, was man mit dem Einstieg in die Stockfotografie eigentlich will. Es gibt mehrere Optionen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
1. Aus Spaß am Fotografieren, Geld ist nicht so wichtig 2. Es soll nur ein kleiner Nebenverdienst sein 3. Finanzierung des Hobbys 4. Es darf schon etwas mehr sein, aber hauptberuflich ist man abgesichert 5. Als Nebenverdienst als bereits selbstständiger Fotograf 6. Man möchte damit seinen Lebensunterhalt bestreiten können
Niemand, der seine Bilder in einer Stockagentur einstellt, macht das langfristig nur aus Spaß an der Freude, ein wenig soll am Ende auch schon die Kasse klingeln. Ebenso wird man als Einsteiger auch nicht gleich nach den Sternen greifen, seinen sicheren Job aufgeben, um gleich voll einzusteigen. Das kann nur in die Hose gehen. Aber man kann die Liste vielleicht auch als Aufstiegsleiter vom Stockamateur zum Stockprofi sehen. Man fängt klein an, merkt, dass seine Bilder gekauft werden und nach und nach wächst das Einkommen bis man irgendwann vielleicht davon auch leben kann. Aber dieser Aufstieg ist äußerst selten – ich behaupte: heute nicht mehr möglich.
Der Grund, warum ich Bilder als Stockfotograf verkaufe ist, dass ich zunächst einmal eine Möglichkeit gesucht habe, nebenberuflich als Fotograf tätig zu sein. Und so habe ich einen Markt für meine Fotos gesucht. Bedingt durch berufliche Umstände konnte ich die ersten Jahre nur am Wochenende bei meiner Familie sein. Daher kam ein Nebenjob als Sportfotograf, wie ich ihn früher einmal hatte oder eine Tätigkeit als Auftragsfotograf nicht in Frage. So habe ich dann begonnen, unter der Woche in meiner Freizeit Bilder in Stockagenturen anzubieten. Das geht natürlich nicht mit den Bildern, die ich für meinen Arbeitgeber mache, das sollte aber auch klar sein.
Inzwischen wohne ich wieder mit meiner Familie zusammen und die Stockfotografie entwickelt sich langsam weiter. Langfristig habe ich das Ziel, mit den Einkünften aus den Stockagenturen monatlich einen kleinen Betrag zu erwirtschaften, der vielleicht den einen kleine Urlaub, eine kleine Anschaffung oder ähnliches erlaubt. Zudem ist es sicherlich auch nicht schlecht, einen größeren Bildbestand aufzubauen, so dass man in der Zeit nach der Arbeit als Rentner weiterhin ein relativ festes Zusatzeinkommen hat. Aber das ist noch weit hin und ich habe noch genug Zeit, meinen Bildbestand weiter zu erhöhen.
Im April 2007 habe ich mich dann erstmalig bei einer Bildagentur angemeldet und war stolz, wie Oskar. Die Bildmaschine hatte meine Bewerbung akzeptiert, jetzt konnte das große Geldverdienen beginnen. OK – etwas überspitzt formuliert. Ich arbeite seit über 20 Jahren als Fotograf – so blauäugig bin ich nun auch nicht mehr. Ich weiß, dass das erschließen neuer Märkt mit ganz besonderen Problemen verbunden ist und dass man nicht als Hallodri auf dem Markt erscheint und alle kaufen ab sofort nur noch meine Bilder. Nein der Weg ist steinig und schwer. Nach der Bildmaschine kamen dann nach und nach einige Bildagenturen dazu: Fotolia, Dreamstime, 123RF, Zoonar, iStockphoto, Digitalstock usw.
Die angesprochenen Agenturen arbeiten im sogenannten Micro- bzw. Midstockbereich. Dabei können die Bilder in der Regel auch von mehreren Kunden gleichzeitig erworben werden und der Fotograf bekommt jedes Mal seinen kleinen Anteil. Bei Fotolia, einem der größten Microstockanbieter, macht man dann seinen Umsatz über die Masse. Zudem ist es auch möglich, seine Bilder gleichzeitig in mehreren Agenturen anzubieten. Ausnahmen gibt es nur, wenn man seine Bilder exklusiv bei einer Agentur hat, dann ist es nicht gestattet, das gleiche Bild oder ähnliche gleichzeitig woanders anzubieten. Übrigens ist der Begriff „Bildverkauf“ nicht korrekt. Es werden keine Bilder verkauft, sondern Nutzungslizenzen, in denen ganz genau definiert ist, was der Kunde mit dem Bild machen darf. Aber darauf jetzt hier einzugehen, würde den Rahmen sprengen. Da hat auch jede Agentur ihr eigenes Modell.








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April 10th, 2010 at 22:25
[...] Ralf Noehmer am 10. Apr 2010, unter Agenturen, Fotografie, Vermarktung <Teil I……….Teil III> [...]
April 10th, 2010 at 22:34
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Ralf Noehmer erwähnt. Ralf Noehmer sagte: Neuer Beitrag bei schwarzbuntes.de Meine ersten Jahre Stockfotografie (I) http://cli.gs/JmW8A [...]
April 16th, 2010 at 14:05
[...] Nöhmer berichtet in einer Artikelserie über seine Erfahrungen in der Stockfotografie. Sehr interessant zu lesen, auch wenn ich nicht seiner Meinung bin, dass es zu spät ist noch [...]
April 28th, 2010 at 14:33
Klasse Beitrag! Herzlichen Dank dafür!…
[...]Na das ist doch mal ein “simpel und einfach” erklärter Beitrag zum Thema![...]…