Neue Bedingungen beim Canon Professional Service CPS

von Ralf Noehmer

Topics: Technik


Canon hat seinen Professional-Service neu geordnet. Aber was da rausgekommen ist, ist für viele Fotografen schlichtweg eine Frechheit.

Es gibt jetzt drei Kategorien für Fotografen und eine für Videofilmer (letztere lasse ich ausser acht).

Kategorie Platin

Voraussetzung: 3 für Platin zugelassene Kameras (EOS 5D MkII, EOS 1D Mk III, EOS 1D Mk IV oder EOS 1Ds Mk III) und vier zugelassene Objektive. Dazu gehören die aktuellen Modelle der L-Serie, Spezialobjektive und Makroobjektive. Eine Liste soll unter http://www.canon-europe.com/cps zu finden sein.
Die Platin-CPS’ler bekommen dafür eine Reparaturabwicklung innerhalb von zwei Werktagen und eine kostenlose Leihausrüstung, falls die Reparatur länger dauert.

Kategorie Gold

Voraussetzung: 2 für Gold zugelassene Kameras (zusätzlich zur Platin-Serie noch: EOS 5D, EOS 1D Mk IIN, EOS 1Ds Mk II und die EOS 1V) und drei zugelassene Objektive.
Dafür bekommen die Gold-CPS’ler ihre Geräte innerhalb von drei Werktagen zurück und auch ihnen wird eine Leihausrüstung zur Verfügung gestellt, wenn mal länger dauert.

Kategorie Silber

Voraussetzung: Zwei für Silber zugelassene Kameras (zusätzlich zur Gold-Serie: EOS 40D, EOS 50D und EOS 7D) und drei zugelassene Objektive.

Die Leistung für diese Spezies: Reparaturabwicklung innerhalb 5 Werktage. Mehr nicht.

Alle Canon CPS-Mitglieder sollten sich jetzt auf der Webseite des CPS anmelden und ihre Geräteliste aktualisieren. Aber unbedingt sämtliche Seriennummern zur Hand nehmen, denn die muss man noch einmal eingeben. Ansonsten endet die CPS-Mitgliedschaft im Juni 2010 unabhängig von der im CPS-Ausweis angegebenen Gültigkeitsdauer.

Da stellt sich mir die Frage, was will Canon damit bezwecken? Ich stelle mir als Fotograf meine Ausrüstung so zusammen, wie sie zu meiner Arbeit am Besten passt. Dafür reicht mir die EOS 5D als Vollformat und eine EOS 50D, damit ich gelegentlich auch mal eine etwas höhere Seriengeschwindigkeit nutzen kann. Man bedenke: die rund 6 Bilder/s, die die 50D schafft, war früher zu analogen Zeiten der Spitzenwert der Nikon F3 – aber auch nur mit Extra-Akku. Warum soll das heute nicht ausreichen, wenn man höhere Geschwindigkeiten nicht braucht? Dazu kommen einige L-Optiken, weil ich der Meinung bin, dass ein gutes Objektiv wichtiger ist, als die teuerste Kamera mit einer Billigscherbe. Und für Passbilder habe ich noch eine alte 20D in Gebrauch – aber die zählt ja nicht mehr.

Wie dem auch sei: damit verdiene ich als Fotograf meinen Lebensunterhalt, ich bin also per Definition ein Profifotograf. Ein Professional, der auch im Kürzel CPS – Canon Professional Service – enthalten ist. Mit meiner Ausrüstung bin ich also jetzt ab sofort ein Profi dritter Klasse, denn ich bekomme nur den Silber-Status.

Ein Freund von mir – Amateur und ohne große Ambitionen, mit seiner Ausrüstung Geld zu verdienen – hat vor einigen Wochen günstig eine EOS 1D Mk III angeboten bekommen und zugeschlagen. Zusammen mit seiner 5D und seinen guten Objektiven ist er jetzt also ein Profi 2. Klasse im Gold-Status mit all den “Vorzügen” (es sei ihm gegönnt).

Ab sofort ist also der CPS nur noch etwas für Leute, die sich teure Kameras und Optiken leisten können – egal, ob Profi oder nicht. Es geht Canon daher offensichtlich gar nicht mehr um den Profi, dessen Arbeitswerkzeug wesentlich härteren Bedingungen unterworfen ist, als das eines Amateurs.

Liebe Canon-Verantwortliche: Habt ihr euch mal überlegt, warum inzwischen so viele Amateure und Hobbyfotografen Canon-Equipment nutzen? Weil Profis in den Stadien der Welt bei Fußball-WM oder Olympiade mit ihren auffallenden weissen Objektiven sitzen, auf denen “Canon” prangt. Und was Profis auffalend benutzen, kann für den Konsumenten ja nicht schlecht sein. Es ist auch nicht in erster Linie die Qualität der Kameras und Objektive, denn ich bin der Meinung, dass sich Nikon und Canon inzwischen qualitativ kaum unterscheiden – es ist nur noch eine Frage des eigenen Geschmacks, ob man sich für Canon oder Nikon entscheidet.

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  1. Stefan Says:

    Interessant mal die Bedingungen der “anderen Seite” zu sehen. Aber mit Deiner Ausrüstung würdest Du vermutlich bei Nikons NPS gar nicht aufgenommen werden. Unterschiedliche Status gibt es dort nicht. (Habe übrigens extra im Duden nachgeschlagen, wie der Plural von Status lautet…)

  2. admin Says:

    Die Unterschiede gab es vorher bei Canon auch nicht.

    (Der Lateiner würde sagen, der Plural von Status heisst Stati ;-) )

  3. Christian Rohweder Says:

    Neenee, Ihr versteht das falsch. Canona hat einfach einen Buchstaben unterschlagen, denn eigentlich muss das CPBS heissen: Canon Professional Buyer Service.

    Das Professional hat leider gar nichts mit dem Einkommensstatus zu tun, leider. Bei uns Nikonianern ist das ja auch nicht anders. Die Nasen wollen nur unser Geld. Das zu verdienen aber im Servicefall durch das unprofessionelle Verhalten der Hersteller nicht gerade leichter wird. Ich denke, viel mehr wert als eine Mitgliedschaft in diesen “Clubs” ist ein gutes Verhältnis zum lokalen Dealer um die Ecke. Deshalb habe ich meine Ausrüstung auch bei ihm und nicht im Internet gekauft.

    Aber mal ne doofe Frage: Haben wir Berufsfotografen da nicht irgendwie ne Lobby um den Jungs in Japan mal auf die Füße zu treten?

  4. admin Says:

    Es gibt Fotografen, die über eine Protestnote oder Ähnliches nachdenken. Ist aber noch überhaupt nichts konkretes. Und ob es überhaupt dazu kommt, ich bin da eher skeptisch.

  5. Chris Says:

    Nach den Sachen, die man da so vom Service hört (dauert ewig…) passt das doch zusammen.

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