Viele Fotografen trauern noch dem Charme der analogen Fotografie hinterher, bei der das Bildergebnis schon vor der Aufnahme mit dem verwendeten Filmmaterial feststehen musste. Wenn man die Landschaft auf einem Ilford FP4 mit ISO 125 fotografiert hatte, gab es keine Möglichkeit mehr, dieses Bild in ein Farbbild umzuwandeln. Und auch eine Landschaftaufnahme wirkt auf einem Fuji Velvia auch gleich so richtig farbenfroh. All das muss man heute mit Software-Mitteln mühsam emulieren. Aber das soll jetzt endlich ein Ende haben.
Die nächste Generation Speicherkarten hat ihre Marktreife erreicht: die Color'n'Card. War es mit den derzeit vorhandenen Karten nur möglich, Farbbilder aufzunehmen und diese entweder in RAW oder JPEG zu speichern, stehen ab sofort eine Vielzahl kreativer Speichermedien zur Verfügung. Die Firma "Cards'n'Color" hat dazu in ihrer Entwicklungsabteilung die alten analogen Filme analysiert, die jeweiligen Spezifikationen herausgearbeitet und auf die digitalen Computerchips übertragen. Ab sofort braucht man keine umständliche Umwandlung am Rechner, um einen alten Filmeffekt zu erzeugen – diese Speicherchips können das ganz alleine.
Wer die knalligen Farben des Fuji Velvia geliebt hat, darf sich freuen: einer der ersten Speicherchips, die die Firma vorgestellt hat, ist ein Speicherchip im Format Velvia. Dazu gesellen sich am Anfang noch der Ilford HP5 – ein reiner Schwarzweiss-Chip – und der Kodachrome 25.
"Durch eine ausgeklügelte Analyse-Software sind wir in der Lage, nahezu jeden früher auf dem Markt erhältlichen Film zu emulieren und diese speziellen Eigenschaften auf den Speicherchip unserer Color'n'Card zu übertragen. Dazu benötigen wir lediglich einen unbelichteten oder belichteten Film des gewünschten Filmtyps. Einzig bei den Orthofilmen gibt es noch Probleme, aber auch da stehen wir kurz vor dem Durchbruch." So Unternehmenssprecher Anton-Peter Riller. Über die Technik, die diese kreativen Möglichkeiten jetzt erstmalig bieten, will sich Riller aber ausschweigen. "Wir können doch nicht unser Unternehmenskapital preisgeben. Sie fotografieren – der Chip macht den Rest!" – ein Zitat, das im letzten Jahrhundert bereits in abgewandelter Form von der Firma Kodak verwendet wurde. Und weiter: "Legen sie den Chip mit der gewünschten Filmcharakteristik ein und fotografieren sie los. Wichtig ist nur, dass sie im Format RAW aufnehmen. Die in der Color'n'Card implementierte Software greift dann direkt beim Abspeichern ein und wandelt die RAW-Daten um. Das heißt, selbst die RAW-Daten sind bereits im neuen Format abgelegt, so dass man z.B. bei unserer HP5-Color'n'Card auch s/w-RAW-Daten erhält. Ein umständliches Umwandeln von RGB in Graustufen am Rechner können sie sich dann schenken."
Ein weiterer großer Vorteil der neuen Speicherchips ist auch, dass man nicht, wie beim Vorbild, auf eine Filmempfindlichkeit angewiesen ist, sondern den Velvia z.B. auch gerne mal mit ISO 800 belichten kann, ohne dass von der Filmcharakteristik viel verloren geht. "Cards'n'Color" wird zunächst die gängigen Formate, CF- und SD-Cards anbieten. "Natürlich folgen weitere Formate, aber diese beiden werden von den meisten Kameras akzeptiert, so dass wir uns zunächst darauf konzentrieren." Derzeit testen ausgewählte Fotografen die Möglichkeiten der Color'n'Card, die Erfahrungen werden laut Riller direkt in die Weiterentwicklung der Karten eingehen.
Die Color'n'Card werden voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2010 im Handel erhältlich sein und sollen in der 8GB-Variante rund 50,- € kosten.








Twitter Updates
1 April 2010 at 07:59
danke
toll
)) den tag mit einem lächeln begonnen
))))))
1 April 2010 at 10:36
super! ;o)
1 April 2010 at 11:09
Großartige Idee – ich hoffe, der “Erfinder” (wer immer das wohl sein mag
) hat sich über eine Patentanmeldung Gedanken gemacht. Im Ernst – ich würd’ so ein Ding sofort kaufen, und bestimmt auch viele andere.
Ach ja: Wie sieht’s mit der Video-Tauglichkeit aus?
1 April 2010 at 11:36
Gerade noch gefunden: Canon-Fotografen können sich freuen, denn durch den auf kwerfeldein.de beschriebenen Trick können Canon EOS Kameras die neuen Kreativ-Chips ab sofort auch erkennen!
http://kwerfeldein.de/index.php/2010/04/01/zusaetzliche-kreuzsensoren-an-der-350d-anderen-canon-eos-modellen-entdeckt/
5 April 2010 at 12:02
Übrigens: Dass dieser Beitrag ein kleiner Aprilscherz war, ist den meisten Lesern sicher aufgefallen.